Jedes Jahr verlieren Unternehmen Geld an Agenturen, die große Ergebnisse versprechen, aber weder ihre Arbeit noch ihre Zahlen transparent machen. Doch unseriöse Anbieter nutzen fast immer dieselben Muster.
Wenn Sie diese vier Warnsignale kennen, können Sie viele schwarze Schafe bereits im ersten Gespräch aussortieren.
Platz 1 oder feste Umsatzsprünge werden versprochen.
Werbebudget und Agenturhonorar bleiben unklar.
Lange Bindung, bevor Leistung sichtbar ist.
Referenzen lassen sich nicht überprüfen.
Warnsignal 1: „Wir garantieren Ihnen Platz 1 bei Google“
Niemand kann eine bestimmte organische Google-Platzierung seriös garantieren. Google formuliert dazu unmissverständlich: „Niemand kann Ihnen eine Platzierung bei Google an erster Stelle garantieren.“ [1]
Eine seriöse Agentur spricht deshalb über realistische Zielkorridore, konkrete Maßnahmen, Erfolgsmessung und einen nachvollziehbaren Zeitraum. Vorsicht ist geboten, wenn jemand eine „besondere Beziehung zu Google“, eine geheime Abkürzung oder garantierte Ergebnisse behauptet.
Warnsignal 2: Sie erfahren nicht, wohin Ihr Geld fließt
Wenn Sie monatlich für Werbung zahlen, müssen Sie unterscheiden können: Welcher Betrag geht tatsächlich an die Plattform? Welcher Betrag ist das Honorar der Agentur? Und welche Leistung erhalten Sie dafür?
Google verlangt von Drittanbietern Transparenz über Werbekosten, Leistung und Verwaltungsgebühren. Zusätzliche Gebühren sollen Neukunden schriftlich offengelegt werden; Kosten- und Leistungsdaten müssen zugänglich sein. [2] Verweigert ein Anbieter diese Aufschlüsselung, ist das kein Detail — sondern ein Warnsignal.
Warnsignal 3: Vertragsdruck statt Leistungsbeweis
Marketing benötigt Zeit. Eine längere Vertragsdauer ist deshalb nicht automatisch unseriös. Kritisch wird es, wenn der Anbieter gleichzeitig hohen Abschlussdruck erzeugt, Leistungen nur vage beschreibt und keine faire Ausstiegsmöglichkeit vorsieht.
Google nennt starken Druck zum Abschluss oder zur Verlängerung eines Agenturvertrags ausdrücklich als unzulässiges Verhalten für Google-Ads-Drittanbieter. [2] Seriöse Anbieter erklären vor der Unterschrift verständlich, was geliefert wird, wann erste Signale bewertet werden und welche Kündigungsregeln gelten.
Warnsignal 4: Die Referenzen lassen sich nicht überprüfen
Eine beeindruckende Kundenstimme ist noch kein Beweis. Prüfen Sie, ob Unternehmen, Ansprechpartner und Ergebnisse nachvollziehbar sind. Suchen Sie Bewertungen auf mehreren Plattformen und achten Sie auf Häufungen in kurzer Zeit, übertrieben werbliche Sprache und auffällige Bewertungsmuster. Genau solche Merkmale nennt auch das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg als mögliche Hinweise auf gefälschte Bewertungen. [3]
Eine glaubwürdige Agentur kann erklären, welche Ausgangslage bestand, was konkret verändert wurde und wie das Ergebnis gemessen wurde. Im Zweifel fragen Sie, ob Sie mit einem echten Bestandskunden sprechen dürfen.
Der 7-Punkte-Check vor Ihrer Unterschrift
- Ergebnis: Werden Ziele realistisch beschrieben oder garantiert?
- Leistung: Ist konkret festgehalten, was die Agentur jeden Monat liefert?
- Kosten: Sind Werbebudget, Fremdkosten und Honorar getrennt ausgewiesen?
- Kontrolle: Besitzen Sie alle Konten, Domains und Daten selbst?
- Messung: Wird Erfolg anhand qualifizierter Anfragen und Aufträge bewertet?
- Referenzen: Lassen sich Kunden und Resultate unabhängig überprüfen?
- Vertrag: Sind Laufzeit, Kündigung und Datenübergabe verständlich geregelt?
Das Fazit: Seriöse Agenturen verkaufen keine Gewissheit
Gutes Marketing ist messbar, aber nicht vollständig vorhersehbar. Eine seriöse Agentur verkauft Ihnen deshalb keine Wunderformel. Sie erklärt ihre Annahmen, macht Kosten und Arbeit sichtbar, lässt Ihnen die Kontrolle über Ihre Daten und bewertet Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen.
Nicht das größte Versprechen ist das beste Angebot. Das beste Angebot ist das, dessen Leistung, Kosten und Erfolgskriterien Sie vor der Unterschrift verstehen.
Offizielle Quellen
[1] Google Search Central: Benötigen Sie einen Suchmaschinenoptimierer?
[2] Google Ads: Richtlinie für Drittanbieter
[3] Baden-Württemberg: Tipps zur Erkennung gefälschter Kundenbewertungen